Sie machen Bläser glücklich

Im Musikhaus Gurtner arbeiten Spezialisten für Blasinstrumente

Nein, Christoph Gurtner hätte sich nie träumen lassen, dass ihm sein Musikhaus einmal so ans Herz wachsen würde. Musik ist schliesslich eine Gefühlssache und ein Instrument schon fast etwas «Intimes».

Seit 1993 ist er nun im Dörfli angesiedelt und betreibt – zusammen mit zwei weiteren Fachleuten und der «guten Seele» im Büro – das Musikhaus Gurtner, wo Bläserglücklich werden. «Der ehemalige Besitzer, Hermann Schmid, hat mir geraten, in Meilen (Zürich) einzusteigen», erzählt Christoph Gurtner.

Den Schritt hat er etwas zögernd gemacht. «Ich bin nicht zum Geschäftsmann geboren», sagt Christoph Gurtner. Aber die Musik ist das, was ihn seit Kindertagen begleitet. Ihm war schon früh klar, dass seine Berufung in der Welt der Klänge liegt. «Als Kind spielte ich Blockflöte und Trompete. In der Lehre habe ich mit Querflöte und Klarinette angefangen», erzählt er. «Aber ich wollte auch handwerklich arbeiten.» Und so wurde die Berufung zum Beruf.

Internationale Kundschaft
Christoph Gurtner liess sich zum Musikinstrumentenbauer Fachrichtung Blasinstrumentenreparatur ausbilden. Später war er am Aufbau eines Geschäfts in Paris beteiligt, wo er ein paar Jahre verbrachte. Dann zog es ihn in die USA, wo er ebenfalls längere Zeit lebte und eine Werkstatt gründete. «Die Ferien habe ich oft für Weiterbildungen im Ausland genutzt. Damit konnte ich gleichzeitig meinen Horizont erweitern», sagt der sympathische Musiker und lacht.

Und einen weiten Horizont braucht er, da seine Kunden aus allen Herren Länder kommen. Unter ihnen sind viele Berufsmusiker, die ihre Instrumente bei ihm kaufen oder warten lassen. «Da ist es wichtig, dass man zuverlässig, qualitativ hochwertig und pünktlich arbeitet», so der gebürtige Berner.

Eine professionelle Crew
Qualität und Konstanz können nur gewährleistet werden, wenn entsprechende Fachleute dahinter stehen. Während 13 Jahren hat Christoph Gurtner Lehrlinge an der Instrumentenmacher-Schule Zimmerwald (Karl Burri) ausgebildet. In der einblickbaren Werkstatt sitzt einer von ihnen an der Arbeit: Der Musikinstrumentenbauer Marcel Reuteler ist ein begeisterter Posaunist und ein begnadeter Blasinstrumentenreparateur. In seinen Händen erwachen unzählige Instrumente zu neuem Leben. Auch er hat Erfahrung und Wissen in Frankreich und in den USA gesammelt. Seit der Eröffnung ist er für das Musikhaus Gurtner tätig.

Rolf Aebersold hat seine Ausbildung Musikinstrumentenbauer ebenfalls in Zimmerwald absolviert. Seit 1995 stellt er sein Können dem Musikhaus zur Verfügung. Der ausgebildete Blasinstrumentenreparateur bringt praktisch jedes Instrument auf Vordermann, aber seine Liebe gilt speziell dem Fagott. Als erfolgreicher Euphonist hatte er Auftritte bei der Brass Band Berneroberland, er spielte bei der Bürgermusik Luzern und beim Sinfonischen Blasorchester Bern. Vor einigen Jahren hat er zudem seine Liebe zum Triathlon entdeckt und mischt auch dort an der Spitze mit.

Ilona Gotthard arbeitet seit (Anfangs) 2014 im Musikhaus Gurtner. Sie erledigt alle Büroarbeiten und hilft uns, wo immer ihre kompetente Arbeit erforderlich ist.

Einheit Mensch und Instrument
Was ist es, was das Musikhaus für Christoph Gurtner zu einer Herzenssache werden liess? «Es sind die Kunden, die oft Freunde werden. Das habe ich so nicht erwartet. »Der Kauf eines Musikinstrumentes spiele sich sehr auf der Gefühlsebene ab, erklärt Christoph Gurtner. Ob Berufsmusiker oder Musikschüler, es sei wichtig, den Kunden zu spüren und ihn richtig zu beraten. «Die Wahrnehmung der Klänge ist sehr individuell. Darum ist für mich nicht der Preis eines Instrumentes ausschlaggebend, sondern Instrument und Besitzer müssen eine Einheit bilden.» Und wer sein geliebtes Instrument zur Reparatur bringen muss, will sicher sein, dass es mit der nötigen Liebe und Sorgfalt behandelt wird.

«Wenn ich die Begeisterung und die Dankbarkeit der Kunden erlebe, dann macht mir das sehr viel Freude. Ich habe es noch nie bereut, dass ich das Musikhaus übernommen habe. Für mich ist es schon längst zur Herzensangelegenheit geworden.»

 

Christine Amrhein Loosli